Über 60 Fachbegriffe aus der Gemmologie verständlich erklärt — von Alexandrit bis Zirkon. Für Käufer, Sammler und alle, die mehr wissen wollen.
Chrysoberyll-Varietät mit einzigartigem Farbwechsel: Grün bei Tageslicht, Rot bei Kunstlicht. Benannt nach Zar Alexander II. Feine Ural-Exemplare erzielen bis zu 70.000 €/ct.
Stein, dessen Farbe durch Fremdbeimengungen (Spurenelemente) entsteht — z. B. Rubin durch Chrom. Gegenteil: Idiochromat.
Violette Varietät des Quarzes, gefärbt durch Eisen und Bestrahlungseffekte. Früher so wertvoll wie Rubin, heute durch große Vorkommen in Südamerika erschwinglich. Geburtsstein Februar.
Blau-grüne Varietät des Beryls, gefärbt durch Eisen. Hauptvorkommen: Brasilien, Mosambik, Nigeria. Geburtsstein März. Härte: 7,5–8 Mohs.
Sterneffekt bei bestimmten Steinen im Cabochon-Schliff, verursacht durch feine, parallele Einschlüsse (Rutilnadeln). Typisch bei Sternrubin und Sternsaphir.
Internationale Auktionshäuser (Sotheby's, Christie's, Bonhams) sind der wichtigste Marktplatz für Investment-Edelsteine. Dort werden Preisrekorde gesetzt und Marktpreise für Topqualitäten definiert.
Mineralgruppe, zu der Smaragd (grün), Aquamarin (blau), Morganit (rosa), Heliodor (gelb) und Roter Beryll gehören. Chemisch: Beryllium-Aluminium-Silikat.
Doppelbrechung: Licht wird in zwei Strahlen unterschiedlicher Geschwindigkeit aufgespalten. Charakteristisch für viele Edelsteine (z. B. Calcit, Turmalin), nicht für Diamant.
Spezifischer Schliff mit 57 oder 58 Facetten, optimiert für maximale Lichtreflexion. Ursprünglich für Diamanten entwickelt, heute auch für andere Steine. "Brillant" ist kein Synonym für "Diamant".
Gewölbter, polierter Schliff ohne Facetten — ideal für opake Steine (Mondstein, Opal, Türkis) und für Steine, die Asterismus oder Chatoyance zeigen.
Katzenaugen-Effekt: Ein Band aus Licht zieht über die Steinoberfläche, verursacht durch parallele Einschlüsse. Typisch bei Chrysoberyll-Katzenauge und Turmalin.
Mineralart, bekannt durch zwei Phänomenalsteine: Alexandrit (Farbwechsel) und Chrysoberyll-Katzenauge (Chatoyance). Härte: 8,5 Mohs — dritthärtester natürlicher Edelstein.
Gelber bis orangegelber Quarz, natürlich selten, häufig durch Erhitzen von Amethyst erzeugt. Echter Citrin aus natürlichen Lagerstätten ist wertvoller. Geburtsstein November.
Kornblumenblau: Die begehrte mittelblaue Farbe hochwertiger Saphire aus Ceylon (Sri Lanka). Weder zu dunkel noch zu hell — ein begehrter Standardwert auf dem Saphir-Markt.
Grüner Granat mit außergewöhnlicher Dispersion (Feuer), das sogar Diamant übertrifft. Das charakteristische "Horsetail"-Einschlussmuster (Byssolith-Fasern) ist für Ural-Exemplare einzigartig und wertsteigerndes Merkmal.
Reinste Form des Kohlenstoffs, härtestes natürliches Mineral (10 Mohs). Bewertet nach den 4 C's: Color, Clarity, Cut, Carat. Weißlicht-Brechungsindex: 2,42 — daher das charakteristische Feuer.
Aufspaltung von weißem Licht in Spektralfarben durch den Edelstein — sichtbar als farbiges Funkeln ("Feuer"). Diamant: 0,044. Demantoid: 0,057 (stärker als Diamant).
→ Birefringenz
Fremdmaterial (Mineralien, Flüssigkeiten, Gase) oder Wachstumsmerkmale im Stein. Einschlüsse können wertmindernd oder — wie beim Demantoid-Horsetail — wertsteigernd sein.
Die häufigste Behandlungsmethode: Über 90 % aller Rubine und Saphire wurden erhitzt, um Farbe und Klarheit zu verbessern. Muss deklariert werden. Unerhitzte Steine gleicher Qualität sind deutlich wertvoller.
Schliffart mit ebenen, polierten Flächen (Facetten), die Licht reflektieren und brechen. Grundschliffe: Brillant, Oval, Emerald (Treppenschliff), Kissen, Marquise, Herzform, Tropfen.
Farbiger Diamant jenseits der Farbskala D–Z. Gelb, Pink, Blau, Grün, Rot — natürliche Farben entstehen durch Spurenelemente oder Strahlenschäden. Rote Fancy-Diamonds sind die teuersten Edelsteine der Welt.
Leuchten eines Edelsteins unter UV-Licht. Bei Rubinen ist rote UV-Fluoreszenz wertsteigernder, weil sie die Farbe intensiviert. Bei Diamanten kann starke Fluoreszenz wertmindernd sein.
Unerlaubte oder undeklaarierte Farbveränderung durch Beschichten, Füllen oder Bestrahlen. Ein Qualitätszertifikat schützt vor gefärbten Steinen, die als natürlich verkauft werden.
Wissenschaft von Edelsteinen: ihre Identifikation, Qualitätsbewertung, Herkunftsbestimmung und Behandlungserkennung. Das GIA (Gemological Institute of America) ist die weltweit führende Ausbildungs- und Zertifizierungsstelle.
Gemological Institute of America. Weltführendes gemologisches Labor und Bildungseinrichtung. GIA-Zertifikate sind der globale Standard für Diamanten und hochwertige Farbsteine.
Schweizer Edelsteinlabor (Luzern), gilt bei Luxusauktionen als Goldstandard für Herkunftsgutachten. Gübelin-Zertifikat für Burma-Rubin oder Kashmir-Saphir ist ein deutlicher Preistreiber.
Mineralgruppe mit über 20 Varietäten: Pyrop (rot), Almadin (dunkelrot), Rhodolith (rosa-rot), Tsavorit (grün), Demantoid (grün), Spessartin (orange). Fast alle Farben außer Blau sind vertreten.
Stein, dessen Farbe durch einen Hauptbestandteil seiner Chemie entsteht — z. B. Malachit (grün durch Kupfer). Gegenteil: Allochromat.
International Gemological Institute. International anerkanntes Labor, besonders für Diamanten und Labordiamanten weit verbreitet. Etwas weniger prestigeträchtig als GIA, aber anerkannt.
Schillereffekt durch Lichtinterferenz an dünnen Schichten im Stein. Typisch bei Opal (Opaleszenz) und Mondstein (Adulareszenz).
Sammelbezeichnung für zwei unterschiedliche Mineralien: Jadeit (seltener, wertvoller) und Nephrit (häufiger). "Imperial Jade" (hellgrüner, transluzenter Jadeit) aus Myanmar gehört zu den teuersten Edelsteinen weltweit.
Französisch für "Garten": bezeichnet die typischen Einschlüsse in Smaragden (Hohlräume, Flüssigkeiten, Mineralien). Bei Smaragden ist ein gewisser Jardin akzeptabel und natürlich — völlig einschlussfreie Smaragde sind extrem selten.
Gewichtseinheit für Edelsteine: 1 Karat = 0,2 Gramm. Nicht zu verwechseln mit Karat als Goldgehalt (24 Karat = reines Gold). Abkürzung: ct.
Saphir aus der legendären Kaschmir-Mine (Indien), aktiv ca. 1881–1930er Jahre. Charakteristisches "samtiges" Blau durch feine Rutileinschlüsse. Zertifizierte Exemplare erzielen Weltrekordpreise.
Mineralart (Aluminiumoxid), zu der Rubin (rot) und alle Saphir-Farben gehören. Härte: 9 Mohs — zweithärtestes Mineral nach Diamant. Farbe entsteht durch Spurenelemente.
Rosa bis violette Varietät des Spodumens, stark pleochroitisch. Benannt nach dem Gemmologen George F. Kunz. Typisch: starke Fluoreszenz und Farbverblassen bei Sonnenlicht.
Tiefblauer Schmuckstein (kein Mineral, sondern Gestein), seit über 6.000 Jahren genutzt. Hauptvorkommen: Afghanistan (Badakhshan). Gold-Pyrit-Einschlüsse gelten als Qualitätsmerkmal.
Lichtemission eines Edelsteins durch externe Anregung. Fluoreszenz (UV-Licht) und Phosphoreszenz (Nachleuchten) sind die bekanntesten Formen.
Skala 1–10 zur Bestimmung der Ritzhärte von Mineralien. Diamant = 10 (härtestes Mineral). Für Schmuck geeignet ab ca. 7 Mohs (Quarz-Schwelle). Weiche Steine kratzen durch Hausstaub.
Feldspat-Varietät mit Adulareszenz: blau-weißes Schimmern durch Lichtinterferenz. Hauptvorkommen: Sri Lanka, Indien, Myanmar. Geburtsstein Juni. Wird fast immer im Cabochon geschliffen.
Rosa bis pfirsichfarbene Beryll-Varietät, benannt nach J.P. Morgan. Typisch: zartes Pastell, selten in tiefen Farben. Hauptvorkommen: Brasilien, Mosambik, Afghanistan.
Sanskrit: "neun Edelsteine". Im vedischen Überlieferungssystem ist jeder der neun Steine einem Planeten zugeordnet: Rubin (Sonne), Perle (Mond), Koralle (Mars), Smaragd (Merkur), Topas (Jupiter), Diamant (Venus), Saphir (Saturn), Hessonit (Mondknoten), Katzenauge (Mondknoten).
Im Edelsteinhandel: Stein, der in der Natur entstanden ist, im Gegensatz zu synthetischen (im Labor hergestellten) Steinen. Naturstein kann behandelt (erhitzt, geölt) oder unbehandelt sein.
Edelstein mit Opaleszenz (Farbspiel), erzeugt durch Siliziumdioxid-Sphären, die Licht brechen. Haupttypen: White Opal, Black Opal (Lightning Ridge, wertvollster), Boulder Opal, Feueropal. Wassergehalt bis 20 % — empfindlich gegen Trockenheit.
Das charakteristische Farbspiel des Opals: durch Lichtbeugung an mikroskopischen Siliziumsphären entstehen alle Spektralfarben. "Play of Color" auf Englisch.
Seltenste Saphir-Farbe: die perfekte Balance zwischen Orange und Pink, benannt nach der Lotusblüte. Hauptvorkommen: Sri Lanka. GIA-Zertifikat für Padparadscha ist besonders begehrt und selten.
Elektrisch blau-grüner Turmalin, gefärbt durch Kupfer und Mangan. Erstmals 1987 in Paraíba (Brasilien) gefunden. Heute auch aus Nigeria und Mosambik. Spitzenpreise: bis 50.000 €/ct.
"Taubenblut": die Bezeichnung für die begehrte, tiefe Rotfärbung der hochwertigsten Burma-Rubine — ohne Braun- oder Orangetöne, mit starker roter Fluoreszenz. GIA definiert den Begriff seit 2013 offiziell.
Eigenschaft mancher Steine, je nach Betrachtungswinkel verschiedene Farben zu zeigen. Turmalin: grün/rot. Tansanit: blau/violett/rot (Trichroismus — drei Farben).
Wöchentlich veröffentlichte Preisreferenz für Diamanten des Großhandels (Martin Rapaport, New York). Grundlage für Preisverhandlungen weltweit. Kein bindender Preis, aber wichtiger Orientierungswert.
Das sattes, mittleres bis dunkles Blau der hochwertigsten Saphire aus Sri Lanka und Burma. Intensiver als Cornflower Blue, doch noch hell genug für optimalen Lichtdurchlass.
Roter Korund, gefärbt durch Chrom. Schon geringe Chrommengen erzeugen die charakteristische Rotfärbung plus UV-Fluoreszenz. Burma-Rubine in Pigeon-Blood-Qualität sind die teuersten Farbsteine der Welt nach roten Diamanten.
Jeder Korund außer Rot (= Rubin). Klassisch blau durch Eisen/Titan, aber auch pink, gelb, orange, grün, violett und farblos. "Fancy Sapphire" für alle Nicht-Blau-Varianten.
Form und Ausführung der Facettierung. Entscheidend für Brillanz und Farbentwicklung. Schliffqualität beeinflusst den Wert um 20–40 %. Schlechter Schliff verschleudert Licht; optimaler Schliff maximiert Reflexion.
Grüner Beryll, gefärbt durch Chrom und/oder Vanadium. Charakteristisches "Jardin" (Einschlüsse) ist bei Smaragden akzeptiert. Kolumbianische Smaragde (Muzo, Chivor) gelten als Weltmaßstab.
Swiss Gemmological Institute. Eines der drei weltweit führenden Edelstein-Labore (neben GIA und Gübelin), besonders stark bei Herkunftsgutachten für Burma-Rubine und Kashmir-Saphire.
Im Labor hergestellt, identische chemische Zusammensetzung wie natürliche Steine. Synthetische Rubine, Saphire, Smaragde und Diamanten sind legal und müssen deklariert werden. Wert: Bruchteil des Natursteins.
Lange mit Rubin verwechselter Edelstein (der berühmte "Schwarze Prinzenrubin" in der Britischen Reichskrone ist ein Spinell). Heute eigenständig bewertet; rote Spinelle aus Burma sehr begehrt.
Blaue bis blauviolette Varietät des Zoisits, nur am Fuße des Kilimandscharo (Merelani, Tansania) gefunden. 1967 entdeckt, 1968 von Tiffany & Co. vermarktet. Natürlich oft bräunlich, durch Erhitzen blau-violett. Stark trichroistisch.
Sternförmiges Wachstumsmuster, typisch für bestimmte kolumbianische Smaragde. Sechs dunkle Strahlen aus Kohlenstoff teilen den Stein wie ein Wagenrad. Extrem selten und wertvoll.
Grüner Grossular-Granat, gefärbt durch Vanadium und Chrom. Lebhafteres Grün als Smaragd, keine Behandlungen nötig. Fundorte: Kenia, Tansania. Entdeckt 1967 von Campbell Bridges.
Mineralgruppe mit der größten Farbenvielfalt aller Edelsteine — praktisch jede Farbe ist vertreten. Wichtigste Varietäten: Rubellit (rot), Verdelith (grün), Indigolith (blau), Paraíba (neonblau), Watermelon (grün/rosa).
Zertifizierungsangabe, dass ein Stein keine Hitzebehandlung erfahren hat. "No Heat" auf GIA/Gübelin-Zertifikat ist ein erheblicher Wert-Multiplikator — besonders bei Rubinen und Saphiren.
Höchste GIA-Farbsättigungskategorie: "Vivid Green", "Vivid Red", "Vivid Blue". Dieser Farbgrad ist der wichtigste Einzelfaktor für den Wert farbiger Edelsteine auf dem internationalen Markt.
Sammelbezeichnung für alle Behandlungen von Edelsteinen: Erhitzen, Ölen, Füllen, Bestrahlen, Beschichten. Muss immer deklariert werden. Das Ausmaß der Veredelung beeinflusst den Wert erheblich.
Gutachten eines anerkannten Labors (GIA, Gübelin, SSEF, IGI) über Echtheit, Qualität, Behandlungsstatus und ggf. Herkunft. Unverzichtbar für jeden Investment-Edelstein und bei Kaufpreisen ab ca. 500 €.
Natürlicher Edelstein (Zirkoniumsilikat), nicht zu verwechseln mit dem synthetischen Zirkonia (kubisches Zirkoniumoxid). Natürlicher Zirkon kann Diamant-ähnliche Brillanz und Farben von farblos bis blau, grün und braun zeigen. Einer der ältesten bekannten Minerale (bis 4,4 Mrd. Jahre).
Das Glossar wird regelmäßig erweitert. Für weiterführendes Wissen empfehlen wir den Ratgeber-Bereich oder das Fachbuch "Gemmologie" von Karl Schmetzer. Bei spezifischen Fragen hilft auch unser Partner Edelsteine-24.eu mit eigenem gemologischen Labor weiter.